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Berühmte Burschenschafter in und aus Bielefeld


Bansi, Ernst, geb. 03.01.1858 in Bielefeld als Sohn eines Versicherungsdirektors (Corps Hansea-Bonn), gest. 25.10.19?? in Quedlinburg (Alemannia-Bonn 1876). Nach Privatunterricht und dem Besuch des Gymnasiums in Bielefeld Studium der Rechtswissenschaften in Bonn und Berlin, 1879 1. juristisches Staatsexamen in Köln, Gerichtsreferendar in Bielefeld, 1880 Einjährig-Freiwilliger im 2. Bataillon des 55. Infantrie-Regiments Bielefeld, 1883 Rechtsanwaltskonzipient und Gerichtspraxis in Hamm, 1885 Großes Staatsexamen in Berlin, Assessor, 1886 Zweiter Bürgermeister der Stadt Bielefeld (unter Oberbürgermeister G. Bunnemann, Vorgänger von Oberbürgermeister R. Stapenhorst), Leiter des städtischen Armenwesens (Einführung des sog. "Elberfelder Systems"), ferner zuständig für Schlachthof, Volks- und Bürgerschule, Steuersachen, Forstverwaltung und Polizei, 1895-1924 Erster Bürgermeister von Quedlinburg (als Nachfolger von Oberbürgermeister G. Brecht), unter seiner Amtsführung u.a. Bau der Eisenbahnverbindung Quedlinburg-Blankenburg, der Kanalisation, des neuen Rathauses, des neuen Krankenhauses und der Realschule, des städtischen Friedhofes, von Straßendurchbrüchen, des städtischen Elektrizitäts-Werkes, der städtischen Badeanstalt mit Schwimmhalle usw. sowie Zusammenlegung der bestehenden Hospitäler zu einer neuen Stiftung, 1896 Mitglied des Kreistages des Kreises Quedlinburg, 1899-1931 Mitglied des Provinziallandtages, Mitglied des Haushaltsausschusses (Schriftführer und Vorsitzender), 1900 Oberbürgermeister, 1906 Wiederwahl, 1921 Wiederwahl in den Provinziallandtag für die Deutsche Volkspartei, 1922 Ehrenbürger der Stadt Quedlinburg, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Braunkohlegrube "Concordia", Aufsichtsrat der Halberstadt-Blankenburger Eisenbahngesellschaft, 1924 im Ruhestand, Bansistraße in Quedlinburg

Bunnemann, Gerhard, geb. 29.10.1842 in Loccum bei Hannover als Sohn des dortigen Stiftspredigers, gest. 22.12.1925 in Bielefeld (Allemannia Heidelberg 1862). Nach dem Besuch des Gymnasiums Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg und Göttingen, 1866 Referendar, 1870 Gerichtsassessor, 1873 Besoldeter Beigeordneter in Elberfeld, 1875 Bürgermeister in Bad Kreuznach, 1881 Erster Bürgermeister in Bielefeld, 1883-1910 Oberbürgermeister, Geheimrat, vertrat die Stadt als Mitglied des Westfälischen Provinzialrates und als Abgeordneter des Preußischen Herrenhauses, nach zweimaliger Verlängerung seiner Amtszeit 1910 im Ruhestand und Ehrenbürger von Bielefeld, wo eine Straße nach ihm benannt ist. Während seiner Amtszeit nahm die Stadt Bielefeld einen großen wirtschaftlichen Aufschwung und verdoppelte ihre Einwohnerzahl. Bunnemann veranlaßte zahlreiche Neubauten, wie das Rathaus, das Stadttheater und den Bau verschiedener sanitärer Einrichtungen.

Landwehr, Albrecht, geb. 07.05.1881 in Bielefeld als Sohn eines Ingenieurs, gest. 25.03.1966 in Wuppertal-Barmen (Alemannia-Bonn 1901). Nach dem Besuch des Gymnasiums in Bielefeld Studium der Rechtswissenschaften in Bonn und Erlangen, 1910 Dr. jur., Gerichtsreferendar und -assessor bei verschiedenen Gerichtsbehörden, 1912 Stadtassessor in Remscheid, 1916 Beigeordneter, 1914-1918 Kriegsteilnahme als Offizier an der Westfront, mehrfach ausgezeichnet, 1919 Bürgermeister der damaligen Landgemeinde Vohwinkel (die 1921 das Stadtrecht erhielt) bis zur Städtevereinigung mit Wuppertal 1929, 1921 als Bürgermeister der neuen Stadt auf Lebenszeit wiedergewählt, besonders verdient um die Förderung des kulturellen Lebens der Stadt, 1923 im Ruhrkampf von den Franzosen verhaftet, "da er sich gegenüber deren Forderungen nicht gefügig zeigte" (General-Anzeiger), in die nicht besetzte Zone gebracht und dort freigelassen, wo er eine Zeitlang von Sonnborn aus die Verwaltungsgeschäfte als Bürgermeister von Wuppertal besorgte, 1923 Rückkehr, 1924 Untersagung der Amtstätigkeit, diese jedoch noch vor Abzug der Besatzer wieder aufgenommen, führte 1928/29 die Eingemeindungsverhandlungen mit Elberfeld als einer der führenden Verhandlungspartner, dessen Geschick das Entstehen Wuppertals mitzuverdanken ist, 1930 Beigeordneter der neuen Wuppertaler Stadtverwaltung, 1934 Titel Stadtrat, Dezernent verschiedener Ämter (Jugend- und Wohlfahrtswesen, Arbeitsbeschaffung, Finanzen usw.), zeitweise Stellvertreter des Oberbürgermeisters, 1936 Stadtkämerer, 1937 Mitglied der NSDAP (Nr. 5679631), 1945 von den Amerikanern als erster Wuppertaler Nachkriegsoberbürgermeister eingesetzt, dann Stadtrat als Fachberater, nach der Pensionierung weiter ehrenamtlich tätig.

Laer, Friedrich Wilhelm, geb. 09.06.1829 auf Rittergut Oberbehme/Kirchlenger, Kreis Herford als Sohn eines Rittergubesitzers, gest. 10.03.1926 in Kassel (Alte Allemania-Heidelberg 1846). Nach Besuch des Gymnasiums in Bielefeld Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg und Bonn, 1849 (bei Einführung der preußischen Verfassung) Auskultator beim Amtsgericht, dann beim Appellationsgericht Paderborn und beim Kreisgericht Herford, „als junger Mensch allen Einigungsbestrebungen nahe stehend, die das deutsche Volk als Ausklang der Befreiungskriege noch jahrzehntelang in Bewegung hielt“, hegte er starke Sympathien für den schleswig- holsteinischen Befreiungskampf 1849 und nahm in einem Zeitungsaufsatz scharf gegen die Art der Lösung der Verfassungsfrage Stellung, da er „in ihr keine Förderung der deutschen Sache sah“ (B.BI. 1926), trat deshalb aus dem Staatsdienst aus und übersiedelte nach Amerika, wo er 13 Jahre verblieb und sich hauptsächlich der Landwirtschaft widmete. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland zunächst Verwaltung des väterlichen Gutes im Kreis Herford, dann 1862 Mitgründer und Generalsekretär des Landwirtschaftlichen Provinzialvereins für Westfalen und Lippe (Vorgänger der Landwirtschaftskammer). Durch sein Einwirken wurden die 3 landwirtschaftlichen Hauptvereine für die Regierungsbezierke Münster, Minden- Ravensberg und Arnsberg, „wirkte bahnbrechend auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Melioration und des landwirtschaftlichen Vereinswesens (B.BI. 1926). Förderte viele neue landwirtschaftliche Einrichtungen, entwickelte Anregungen und Pläne für Fruchtfolgen und Wirtschaftssysteme und verbesserte die „Landwirtschaftliche Zeitung für Westfalen und Lippe“, in der er zahlreiche Fachaufsätze veröffentlichte; 1877 Hauptgründer und Direktor der „Westfälischen Landschaft“ in Münster (einer Vereinigung der Grundbesitzer der Provinz Westfalen, welche den Realkredit für die Besitzungen der Vereinsmitglieder vermittelte, eine öffentliche Kreditanstalt), Mitgründer der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Münster, ständiger Vorsitzender und Förderer deren Kuratoriums, 1884 Niederlegung der Stelle des Generalsekretärs des Landwirtschaftlichen Provinzialvereins, seit 1905 Generallandschaftsdirektor der Provinz Westfalen, könoglich-preußischer Landesökonomierat, 1897 Kauf des Gutes Ostorsel bei Raestrup in der Telgter Bauernschaft, verfasste u.a. „Der Moorrauch und seine Beseitigung“ (1871), „Die Grundsätze eines neuen Vorfluthgesetzes für den ganzen Umfang des preußischen Staates“ (1871) und „Die Ackergahre, die Brache und der Ersatz der Pflanzennährstoffe“ (1882).

Kohlhase, Dr. jur., Hermann, geb. 24.04.1906 in Bielefeld als Sohn des Ludwig August Heinrich Franz Kohlhase und dessen Frau Clara, geborene Voßmeyer, gest. 03.12.2002 in Düsseldorf. Jura-Studium in Freiburg (Burschenschaft Teutonia Freiburg), verheiratet mit Klara Körner, 2 Kinder. Vom 24.11.1952 bis zum 23.11.1954 Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld. 1954 Landtagsabgeordneter in NRW (FDP). 1956 - 1958 Minister für Wirtschaft und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. 1962 - 1966 Staatssekretär im Kultusministerium des Landes NRW. 1966 - 1971 Bauminister des Landes NRW. Vorsitzender des Verbandes der Rheinischen Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer.

Salge, Ernst, geb. 29.07.1882 in Schildesche bei Bielefeld als Sohn eines Lehrers und Rektors, gest. 11.11.1949 in Bethel/Samaria (Arminia-Marburg 1902). Nach dem Besuch des Gymnasiums in Bielefeld Studium der Rechtswissenschaften in Marburg und Münster, 1905 Referendarexamen; juristische Ausbildung in Oeynhausen, Bielefeld und Hamm; 1908 Dr. jur., 1908-1913 Assessor in Bielefeld, 1913-1914 Bürgermeister in Idar. Kriegsteilnehmer an der Westfront und in Russland, zuletzt als Hauptmann und Bataillonskommandeur; 1919-1921 Beigeordneter in Berlin-Oberschöneweide, 1921-1925 Bürgermeister von Salzwedel; 1925-1934 Oberbürgermeister von Tilsit, „wo er als erster Verwaltungsbeamter trotz erschwerter Umstände die Interessen des Deutschtums im Osten mutig und charaktervoll wahrgenommen hat. Ungeachtet dieser verdienstvollen Wirksamkeit für das Vaterland musste Dr. Salge nach der Wiedereingliederung von Tiolsit in das Reich auf Geheiß der nationalsozialistischen Machthaber seinen Posten verlassn! (Westfälische Zeitung 1949), Rechtsanwalt in Tilsit, Rechtsanwalt in Tilsit, dann Rückkehr in die Heimat, ab 1936 Rechtsanwalt in Bielefeld, 1945 Dezernent bei der Stadtverwaltung Bielefeld, dann von den Engländern ohne bekannte Gründe verhaftet und vier Monate im Lager Recklinghausen, nach seiner Entlassung Vorsitzender des Schlichtungsausschusses der Stadt Bielefeld.

Stapenhorst, Rudolf, geb. 15.05.1865 in Lienen bei Tecklenburg aus westfälischer Bauernfamilie, gest. 26.10.1944 bei einem Bombenangriff zusammen mit seiner Frau (Derendingia-Tübingen 1885).
Nach dem Besuch des Gymnasiums in Osnabrück Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen und Berlin, 1894 Dr. jur.: Regierungsreferendar in Minden, Büren und Mielitzsch/Schlesien, Ausbildung beim Bielefelder Magistrat, Regierungsassessor, 1865 Bürgermeister von Bielefeld, verantwortlich vor allem für das Polizeiwesen, 1911 Oberbürgermeister als Nachfolger von Gerhard Bunnemann; besonders verdient wegen seiner weitsichtigen Schulpolitik, in der Finanzpolitik und der Kriegsgräberfürsorge; versuchte sein Ziel „Industriestadt im Grünen“ durch Waldkäufe etc. zu verwirklichen; 1932 Rücktritt, als NS- Vertreter gegen seine Ernennung zum Ehrenbürger von Bielefeld votierten; Stapenhorststrasse in Bielefeld.

Meyer, Georg Christian Wilhelm, geb. 11.02.1841 in Detmold als Sohn eines Gastwirtes, Hotelbesitzer und dortigen Oberbürgermeisters, gest. 28.02.1900 in Heidelberg (Germania-Jena 1860). Nach dem Besuch des Gymnasiums in Detmold, wo er einer Schülerverbindung „Teutoburgia“ angehörte, Studium der Rechtswissenschaften in Jena, Heidelberg, Göttimgen und Berlin, 1863 Dr. jur. in Heidelberg, 1863 juristische Staatsprüfung in Detmold, juristische Praxis als Auditor in Detmold und Schöttmar, 1866 Hilfsarbeiter in „Hildebrands Statistischen Büro“ in Jena, einige Veröffentlichungen über Bevölkerungsstatistik, 1867 Privatdozent in Marburg mit der Arbeit über das „Expropirationsrecht im römischen Reich“, die einen Abschnitt seines später veröffentlichten Werkes „Das Recht des Expropriation“ (1868) bildete, 1868 Veröffentlichung der „Grundzüge des norddeutschen Bundesrechtes“, 1869/70 längere Studienreise nach England; wurde „einer der besten deutschen Kenner des englischen Parlamentarismus und der eigentümlichen Gestaltung der englischen Lokalverwaltung“ (G. Jellinek), Kriegsteilnahme 1870; 1872 Veröffentlichung der Staatsrechtlichen Erörterungen über die deutsche Reichsverfassung, 1872 a.o. Professeor in Marburg, 1875 o. Professor des Staats-und Verwaltungsrechtes in Jena, Vertreter der Universität als ständiges Mitglied der Verwaltungsdeputation, 1878 Abgeordneter des Landtags des Großherzogtums Sachsen der Stadt Weimar, 1879 Prorektor, 1881 – 1890 Abgeordneter des Reichstags für den Wahlkreis 3 Großherzogtum Sachsen-Weimar (Jena-Neustadt) der Nationalliberalen Partei, Mitarbeiter an vielen Gesetzen in Kommissionen, u.a. beim Gesetz über die Schutzgebiete, mehrmals Schriftführer, 1888 Berufung nach Heidelberg als o. Professor des deutschen Staats- und Verwaltungsrechts sowie der deutschen Rechtsgeschichte (auch Staats und Verwaltungsrechts sowie der deutschen Rechtsgeschichte (auch Vorlesungen über Kirchenrecht, Grundzüge des deutschen Privatrechts, Völkerrecht und Geschichte der deutschen Einheitsbestrebungen), Führer der badischen Nationalliberalen und Mitglied des Zentralausschusses der Partei, seit 1891 als Vertreter der Universität in der badischen Ersten Kammer, 1891 Geheimer Hofrat, Mitglied des Bezirksrates, des Bürgerausschusses, des Kirchengemeinderates, Vorsitzender des Beirates der Gymnasien, der Juristischen Gesellschaft und der Museumsgesellschaft, 1891 preußischer Kronenorden 3. Klasse, 1897 Prorektor. Hauptwerke: Lehrbuch des deutschen Staatsrechtes und Lehrbuch des deutschen Verwaltungsrechtes. Die posthum erschienene grundlegende Arbeit „Das parlamentarische Wahlrecht“ ist eine späte wissenschaftliche Frucht seines parlamentarischen Wirkens und ein Beleg für das um 1900 wieder erstarkende Interesse an Rechtsvergleichung; Gedenktafel am Haus in Jena, Forstweg 19 (errichtet vor 1928, verloren nach 1934).

Petri, Moritz Leopold

Potthoff, Heinz (Heinrich Philipp)

Rothert, Karl (Carl) Ludwig August

 


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