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http://www.landeszeitung.de 10.12.2002
Burschen setzen auf Tradition
Lüneburgs einzige Studentenverbindung "Frisia Hamburg zu Lüneburg"
abc Lüneburg. "Silentium!" donnert es durch den historischen Weinkeller im Lüneburger Rathaus. Mit lautem Krach schlägt der "Erstchargierte" Gordon Gurwell seinen Degen auf das vor ihm auf dem Tisch liegende Holzbrett. "Die Nikolauskneipe ist eröffnet." Es sind keine Degenfechter, die sich im Ratskeller zur Vereinsweihnachtsfeier versammelt haben, sondern die Mitglieder der Studentenverbindung "Frisia Hamburg zu Lüneburg". Im Dezember 2000 gründeten sechs BWL-Studenten eine neue Aktivitas der seit 1965 inaktiven Hamburger Burschenschaft an der Lüneburger Universität. Die Zahl der Mitglieder ist seither gleich geblieben. Gesungen wird an diesem Abend aus dem "Allgemeinen Deutschen Kommersbuch" von 1858. "Möge Scotti den ehrwürdigen Cantus präparieren und intonieren", fordert Florian Gutzke, als "Fuchsmajor" für die Einweisung der Neulinge verantwortlich, den FH-Studenten Mark Kühne auf. "Auf der Lüneburger Heide" und "'s gibt kein schöner Leben als das Studentenleben" hallt es wider von den mittelalterlichen Kellerwänden. Kneipenbesuche verlaufen bei einer Burschenschaft wie vor 150 Jahren reglementiert. Gesprochen wird auf Worterteilung oder wenn per Degenschlag ein "Silentium Ex" eingeläutet wird. Bei "Schmierpause" wird getrunken, aber nicht ohne sich vorher mit "Fiducit!" zuzuprosten. Wer gegen die Regeln verstößt, wird "in die Kanne geschickt" und muss sein Bier im Stehen leeren. "Gegen Regeln gibt es doch nichts einzuwenden", findet Celine Kaffka. Die 25-jährige Studentin ist mit fünf Bundesbrüdern ihrer Verbindung "Cheruscia" aus Holzminden zu Besuch. Vier von sechs sind eigentlich Bundesschwestern. "Ich nenne mich trotzdem Bursche, auch wenn ich eine Frau bin. Das ist schließlich gute Tradition", sagt Christine Ahrberg. Tradition kennzeichnet auch das Outfit der Mitzwanziger: Bänder, Mützen und Uniformen in den Verbindungsfarben. Dazu gehören Fahnen, Banner und der Schwur der Burschenschaften "Ehre, Freiheit, Vaterland, Einigkeit und Treue". Was diese Begriffe für sie bedeuten ? "Reine Tradition," sagt Nadine Robra von der Cheruscia: "Das hat heute irgendwie mehr mit Europa zu tun." Celine sagt: "Schwören finde ich nicht schlimm. Ich zeige damit nur, dass ich dazugehöre." Dass Frauen dazugehören, ist aber die Ausnahme. Auch in Lüneburg können Studentinnen keine "Burschen" werden. Frauenfeindlichkeit ist nicht der einzige Vorwurf, den sich die Burschen gefallen lassen müssen. "Saufen, rauchen, rechts", fasst Altherrenpräsident Eckhard Görke zusammen. Gordon Gurwell sagt dazu: "Wir leben gegen den individualistischen Trend der übrigen Studenten. Bei uns muss man sich in eine Gemeinschaft einfügen, und das ist unpopulär."
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Dies ist ein Beitrag zur Presseschau der Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld zum Thema Studentenverbindungen. Die Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld macht sich nicht den Inhalt dieses Artikels zu eigen. Kommentare zu dem Artikel durch die Burschenschaft Normannia-Nibelungen sind im Text deutlich gekennzeichnet.