| Sie sind hier: Archiv > Presse > Burschenschaften > Schwarz-Rot-Gold |
Schwarz-Rot-Gold
Das Vordringen der deutschen Mannschaft ins Viertelfinale der Fußball-WM belebt eine ungewöhnlich gewordene Erscheinungsweise des Patriotismus: Fahnenschwenken. Die Deutschlandfahnen finden auch in Hamburg reißenden Absatz. "Um 20 Prozent ist die Nachfrage in diesem Monat gestiegen", sagte der Betriebsleiter von "Fahnenfleck", Heinz Matthiesen. Patriotische Gefühle spielten schon bei der Entstehung der schwarz-rot-goldenen Nationalfarben eine Rolle. Erstmals tauchten sie in den Uniformen des Lützowschen Freikorps auf. Major Adolf von Lützow sammelte 1813 Freiwillige gegen Napoleons Fremdherrschaft. Die Uniformen waren schwarz, weil nur so die Kleidungsstücke der Freiwilligen einheitlich eingefärbt werden konnten. Sie erhielten rote Aufschläge und goldene Knöpfe. Schwarz-Rot-Gold wurde zum Symbol für demokratische Freiheiten und deutsche Einheit, als Jenaer Studenten (viele von ihnen Lützower) 1815 eine national gesinnte Burschenschaft gründeten. Die Jenaer Frauen und Mädchen schenkten ihnen eine rot-schwarz-rote Fahne mit goldenem Eichenzweig. Am 13. November des Revolutionsjahres 1848 wurde Schwarz-Rot-Gold erstmals im Reichsgesetzblatt als deutsche Flagge verkündet. Die Revolution scheiterte bekanntlich, und als Bismarck das Reich 1871 von oben einigte, waren für ihn die Farben der Revolution unzumutbar. Der Reichskanzler kreierte Schwarz-Weiß-Rot. In der Weimarer Republik siegte dann wieder Schwarz-Rot-Gold - bis sich 1933 Hitler erneut der kaiserlichen Farben bediente. Nach dem Krieg wurden sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch in der DDR (mit Hammer, Sichel und Ährenkranz als Emblem) Schwarz, Rot und Gold wieder Staatsfarben. (eni)
Dies ist ein Beitrag zur Presseschau der Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld zum Thema Studentenverbindungen. Die Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld macht sich nicht den Inhalt dieses Artikels zu eigen. Kommentare zu dem Artikel durch die Burschenschaft Normannia-Nibelungen sind im Text deutlich gekennzeichnet.