Sie sind hier: Aktuelles > Archiv > Sommer, Sonne, Sonnenschein – und die Politik spielt wieder Sommertheater

Sommer, Sonne, Sonnenschein – und die Politik spielt wieder Sommertheater


Während bei der CDU der von der Partei enttäuschte Friedrich Merz auf Wanderschaft mit Guido Westerwelle geht und auf der FDP-Klausurtagung im September einen Gastvortrag halten will, fragt man sich als geneigter Zuschauer, wann bei der CDU dieselbe Erosion einsetzt wie bei der SPD.

 

Schließlich verkörpert die CDU nicht mehr die christlichen Werte, auf die sich die Partei so gern beruft. Die Mitglieder, die zum Wirtschaftsflügel zu zählen sind, beginnen langsam ihren Kurs zu ändern und zur FDP zu fliegen, wie Merz es gerade vormacht. Und die Konservativen? Sie warten wohl nur auf eine wirklich ernstzunehmende Alternativpartei „rechts“ der CDU, wenn sie nicht schon ausgetreten sind oder völlig resigniert haben.

 

Da nützt es der CDU auch nichts, nun mehr Mitglieder zu haben als die SPD, denn in Wahlerfolge konnte die CDU dies auch nicht ummünzen. Und wenn die CSU in Bayern schon offen von „50% minus X “ redet, sollte sich die Parteiführung in Berlin ernsthafte Gedanken machen.

 

Die SPD und vor allem ihr Vorsitzender Kurt Beck sind schon bei den ernsten Gedanken. Getrieben von der PDSED (jetzt „Die Linke“ genannt) und schlechten Umfrageergebnissen, kämpft der „linke“ Parteiflügel offen für eine Zusammenarbeit mit den Kommunisten um die Macht (in Hessen und vielleicht auch 2009 im Bund oder bei der Wahl des Bundespräsidenten). Daß der „rechte“ Parteiflügel dagegen aufbegehrt, ist logisch und vor allem richtig. Wer es aber zu deutlich macht und vielleicht auch noch andere Interessen hat wie Wolfgang Clement, wird dafür von der eigenen Partei abgestraft und soll mit einem Maulkorb belegt werden.

 

Mag man von den hier genannten Parteien und Politikern halten was man will, aber um Werte und Überzeugungen, Glaubwürdigkeit sowie Meinungsfreiheit scheint es bei den Partei nicht besonders gut bestellt zu sein. Daß sich die Bürger dem Schauspiel abwenden ist da keine Überraschung. Läuft den Volksparteien also das Volk weg? Egal wie hoch die Wahlbeteiligung ist, die Parteien haben das Monopol zur Macht und dies nutzen sie selbstverständlich aus. Ohne persönliches Engagement ist daher keine Verbesserung der Lage zu erwarten. Dabei ist es gleich, ob man Arbeiter, Angestellter, Rentner oder Student ist: Wem Werte wie Aufrichtigkeit, politische Freiheit und Meinungsfreiheit wichtig sind, sollte beim Sommertheater kein Zuschauer bleiben oder gar weggehen, sondern aufstehen und versuchen selbst etwas zu bewegen – ohne Schauspielerei.


Burschenschaft Normannia-Nibelungen • Telefon: +49 521 894108 • Fax: +49 521 7854129 • E-Post: aktivitas@normannia-nibelungen.de